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MARKENFRAGE

 
 
 
 
 
Das Geschäftsjahr als Taktgeber
ist abgeschafft

Markenbildung im Familienunternehmen folgt einem mählichen Kristallwachstum.

Markenbildende Familienunternehmen pflegen eigene Begriffe von Wachstum und Innovation: "Behutsam nach links und rechts, kraftvoll nach vorne." Denn ein Neuerungsdrang als solcher hat noch selten Neues geschaffen oder einen vorhandenen Wert gesteigert. Man denke an das rasche Ende nach den Hakenschlägen der Marke Steilmann, oder den Verlust der Familienfirma Berentzen durch wahllose Zukäufe.

Wachstum durch Beständigkeit

Familienunternehmen generieren Innovationen durch furchtlose Fortschreibung des Besten und Bleibenden. Was aber ist das Beste und Bleibende? Es ist der große Bogen der Marke.

Das Familienunternehmen und die Markentechnik sind einander versprochen. Wie zwei handgenähte Schuhe halten sie ein Leben lang, und gehen miteinander dieselben Wege.

Gemeinsam stehen sie für einen anderen, nachhaltigeren, still glänzenden Wachstumsbegriff. Die natürlichen Gesetze der modernen Markenbildung ergänzen aufs Schönste den Zähigkeits- und Widerstands-Anspruch des Familienunternehmens.

Innovation durch Besinnung

Denken wir an eine bekannte Kampagne von Hipp. Vater und Sohn treten gemeinsam auf, und vererben das Markenversprechen an die nächste Generation: "Dafür stehe ich mit meinem Namen".

Auch die Marke Warsteiner scheint unter der jungen Familieneigentümerin wieder kompakter und dichter geworden zu sein; nach Jahren der Fremdführung gezeichnet von trendiger Ausuferung.

Beide Male scheint es gelungen, den Gründungsfunken und den Gestaltungswillen glücklich miteinander zu verheiraten. Das Fernziel ist die Heranbildung von Mehrgenerationen-Unternehmerschaften, Mehrgenerationen-Belegschaften und Mehrgenerationen-Kundschaften.

Was kann die Markentechnik für das Familienunternehmen leisten?

Die wahren Innovationstreiber lebendig zu halten oder wieder lebendig werden zu lassen, immer mit dem Ziel eines stillen steten Wachstums, gehört zu den wunderbaren Möglichkeiten des heute erreichten Standes der Markentechnik.

Mitunter hilft der rasche Blick und der sichere Schnitt eines erfahrenen Gärtners – in Gestalt eines auf Familienunternehmen fokussierten Markenexperten. Denn Wachstum ist nicht Wucherung. Die wilde Markenwiese ist häufig schön, aber selten wirtschaftlich.

Die Markentechnik kennt darum auch den weisen Beschnitt nach links und rechts, zugunsten einer substanzielleren Innovation nach vorne.

Fortbestand durch Horizonterweiterung

Marke ist insoweit kein Ziel, sondern eine Methode; um Familienunternehmen und Unternehmerfamilien erfolgreicher werden zu lassen. Die Marke wird zur Lebensader für den Fortbestand, und für ein stilles Wachstum über viele Generationen hinweg.

Ein mähliches Kristallwachstum erscheint als angemessene Metapher für die Markenbildung im klassischen Mehrgenerationen-Familienunternehmen.

Dazu gehört ein Betrachtungs- und Gestaltungshorizont von 10 bis 100 Jahren. Das Geschäftsjahr als Taktgeber ist abgeschafft. Vertrauen Sie auf die Langfristigkeit Ihres Entwicklungshorizontes, auf dass sich Ihre Marke stetig aber gewaltig fortbildet.

 

4. September 2017

Philipp Steiff

*1962, hat 25 Jahre Erfahrung in der Markentheorie und Markenkommunikation. Hinzu kommen die eigenen Erfahrungen aus einem schwäbischen Familienunternehmen der Spielwarenbranche.
www.fruehlingimherbst.de

 

Erich Posselt

*1972, Markencoach, Autor und Dozent, schöpft aus bald 20 Jahren Markenerfahrung, für Verbände, Mittelständler, Publikums- und Familien- unternehmen, im Spannungsfeld von Tradition und Aktualität. www.brandcoach.com