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Arbeitspolitik
Deutsche Ingenieurkunst ohne fundierte Ausbildung - gibt es das?

„Säet, damit Ihr ernten könnt“ – wem ist dieser Gedanke nicht geläufig? Und doch verstoßen wir, schleichend seit gut 3 Jahrzehnten, dagegen. Heute ist vor allem Deutschlands Mittelstand von stetig wachsendem Bedarf an intelligenten technischen Leistungen bei gleichzeitig schwindender Verfügbarkeit an Fachkräften der Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) betroffen.

Unser Mangel an MINT-Kompetenz hat Folgen für viele betroffene Unternehmen, die ihr aktuelles Geschäft durch den „Import“ von Fachwissen oder durch Besetzung technischer Schlüsselfunktionen mit nicht angemessen qualifiziertem Personal unterstützen. Auch auf gesellschaftlicher Ebene hinterlässt unser „Sorgenkind MINT“ Spuren. Das Bildungs- und Leistungsspektrum unserer berufsaktiven Bevölkerung weist empfindliche Lücken auf, die unsere Abhängigkeit von externer Hilfe mehr und mehr verstärkt und zugleich der Wertschöpfung unserer Volkswirtschaft schadet.

Ursache dieses Mangels ist eine jahrzehntelange gesellschaftliche Fehlentwicklung: technologische Begeisterung und Zukunftsoptimismus sind einer pessimistischen und jedes Risiko ablehnenden Weltsicht gewichen. Dementsprechend haben sich auch Ausbildungsschwerpunkte deutlich verlagert. Das beginnt in Schulen, die im internationalen Vergleich sicher an letzter Stelle stehen, wenn es um Begeisterung von Jugendlichen für Wissenschaft und Technologie geht und setzt sich ungebremst fort an den weiterführenden Bildungseinrichtungen, die zudem häufig unter finanziellem Mangel und damit auch unter Innovationsrückstand leiden.

Um Deutschland als Innovationsstandort zu erhalten und im In- und Ausland weiter wettbewerbsfähig zu bleiben, wird der Deutsche Arbeitgeber Verband alles dafür tun, für junge Menschen ein gesellschaftliches Klima, geprägt von Zukunftsoptimismus und Begeisterung für Wissenschaft, Forschung und Ingenieurskunst, zu schaffen. In diesem Klima werden die Grundlagen für Wachstum und Wohlstand wachsen.

Wir wissen, daß Mittelstand und auch Großunternehmen bei der Bewältigung des Nachwuchsmangels Unterstützung benötigen. Aus diesem Grunde heraus werden wir uns auch diesem Thema im Dreiklang von Fachkräftemangel, Arbeitgeberattraktivität und auch GenerationY annehmen.

Lukas Walangitang