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GÜnter Spahn

Bonner Klimakonferenz –
die übliche deutsche Medien-Hysteri
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Rechtzeitig zum Beginn der 23. UN-Klimakonferenz, die diesmal vom 6. Bis 17. November 2017 in Bonn stattfindet, hat  die  Angst vor einer herbei gezeterten   Apokalypse Hochkonjunktur. Insbesondere deutsche Medien überschlagen sich mit Hiobsbotschaften.  Neu ist dies  nicht. Mit Schreckensbotschaften sollen die Deutschen  seit Jahrzehnten  sensibilisiert und verängstigt  werden. Bereits vor über 30 Jahren, konkret  am 11. August 1986, machte der "Spiegel" in seiner damaligen Ausgabe Nummer  33 mit einer Titelgeschichte "Die Klima-Katastrophe" auf und setzte auf dem Titel-Cover publicitywirksam den Kölner Dom einige Meter in ein Wassermeer.  2004 sollte dann der Film "The Day After Tomorrow", der sich mit der globalen Erwärmung der Erde beschäftigte, für eine Bewusstseinsbildung für den Klimawandel sorgen. Die plakativen  Szenarien sind natürlich nicht eingetreten.

Auch der inzwischen gestorbene Forstwissenschaftler Bernhard Ulrich lag mit seiner 1981 veröffentlichten Studie, die das großflächige deutsche  Waldsterben in naher Zukunft des Jahres 1981 prognostizierte, erfreulicherweise daneben. Das Waldsterben war eine der  peinlichsten (neben den Studien des "Club of Rome") nicht eintretenden Voraussagen;  Waldsterben heute  haben wir in der Tat – aber nicht durch Emissionen in Deutschland, sondern  durch eine unverantwortliche Brandrodung von Regenwäldern  in Amazonien (Brasilien) und Indonesien.  Die Ausmaße der bewusst für die Flächengewinnung  angezettelten Brände verursachten  schon vor Jahren  dichte Rauchwolken über riesige Flächen Brasiliens (für den  Sojaanbau) und setzte über 500 Millionen Tonnen Kohlendioxid frei (Quelle: Dr. Andrea Flemmer "Apotheke Regenwald").   Nachdem der Höhepunkt des Brandrodens  schon überwunden schien, wurden nach einem Bericht der "Frankfurter Rundschau" vom 5.8.2017 im vergangenen Jahr 2016 bereits wieder in Brasilien  8.000 qkm – 50% der Fläche Thüringens -  gerodet. Erst vor einigen Wochen kippte ein Bundesgericht in Brasilia ein Dekret des brasilianischen  Präsidenten Temer,demnach ein Schutzgebiet im Regenwald  für den Bergbau freigegeben werden sollte. Bleibt zu hoffen, dass es auch beim Urteil bzw. Verbot bleibt.

Brandrodungen in Brasilien und Indonesien

Ein großer Sünder der Waldrodungen durch Feuer ist auch Indonesien. Zwar sind diese dort  seit  Jahren  verboten, doch die heimlichen  Zündeleien  mit dem Feuer – oft in Auftrag – sollen laut einer Studie   nach wie vor gang und gäbe sein,   um Flächen für Palmölplantagen zu schaffen. Allein 2015 – so eine Studie der Harvard und Columbia Universitäten (im  Magazin "Environmental Research Letters" veröffentlicht) -  wurden durch die Waldrodungen in Indonesien Treibhausgase ausgestoßen, die sogar  die jährliche Gesamtmenge  in Deutschland übertrafen. Dies  an die Adresse derer, die  mit dem Abschalten deutscher Kohlekraftwerke die Welt retten wollen.  Wenn  dies doch  alles nur   so einfach wäre! Die eigentlichen Probleme – siehe Waldrodungen – liegen woanders.

Auch jetzt  beherrschen  Wettereskapaden, langanhaltende Dürren oder der vermeintliche  Untergang der Fidschi-Inseln  im Umfeld der Bonner Klimakonferenz die Schlagzeilen deutscher Medien. Und für alles – wie könnte es auch anders beim Betroffenheitsjournalismus  in Deutschland sein -ist die Stromerzeugung durch "dreckige" Kohlekraftwerke sowie der Betrieb der Dieselfahrzeuge  ganz wesentlich verantwortlich. Darf es etwas weniger plakativ sein?  Schreckensgespenster werden leider gemalt, damit das ideologisch verhasste Automobil angefeindet und der Wohlstand in Deutschland, der auf einer gesicherten Energie- bzw. Elektrizitätsversorgung beruht, drastisch heruntergefahren wird. Dabei wurde gerade auch die deutsche Politik in der Vergangenheit nicht müde zu betonen, dass das Erreichen der Klimaziele ohne die Dieselfahrzeuge nicht möglich sei…

Am deutschen Wesen kann das Klima nicht genesen

Gott sei Dank spielen die Deutschen bei den Weltuntergangsszenarien durch die  Klimaapostel  eine Außenseiterrolle und deshalb werden beim Klimaspektakel in Bonn  einmal wieder  nur die Spesenritter auf ihre Kosten kommen. Man muss sich nur den Wahnsinn einer Veranstaltung mit 25.000 Teilnehmern vorstellen, die zum Teil aus den entferntesten Winkeln der Erde angereist sind. Was soll ein derartiger Unfug, was soll bei einer Konferenz mit 25.000 Teilnehmern schon herauskommen?  Die USA machen schon einmal bei der Kohlehysterie  nicht mit und selbst im Deutschland  benachbarten Polen entstehen derzeit modernste umweltverträgliche Kohlekraftwerke wie  das  neue   Braunkohlekraftwerk in  Turow unmittelbar  an der deutsch-polnischen Grenze oder die Anlagen  in Kozienice.  4000 MW – dies entspricht der Leistung von drei  sehr großen Atomkraftwerken - sind derzeit in Polen im Bau. Die entstehenden polnischen Kohlekraftwerke werden von selbsternannten Klimarettern kritisiert.  Wo aber  der Maßstab wirkungsvoll  anzusetzen wäre, z.B. bei der oben erwähnten  Brandrodung, werden  die Probleme auch politisch ausgeblendet.  

Neuerdings wird sogar die Flüchtlingsbewegung mit dem Klima begründet und  in Verbindung gebracht.  Der Klimaanstieg könnte der Anlass für  neue Völkerwanderungen sein, weil Dürren den Menschen  die Nahrungsgrundlagen  in Afrika  entziehen würden. Dies ist aber kein aktuelles Thema. Bereits vor fast fünfzig Jahren, nämlich  1968,  wurde die Sahel-Zone  von einer langanhaltenden Dürreperiode heimgesucht. Höhepunkt war das Jahr 1974, als 25 Millionen Menschen am Südrand der Sahara  infolge der Dürre vom Hungertod bedroht waren. Gleiches vollzog sich 1975  durch eine monatelang – seit Oktober 1974 – anhaltende Dürre in Äthiopien und Somalia. Afrika war schon immer ein anhaltend heißer Kontinent. Doch wie man Dürren bekämpfen  kann, hat der Staat Israel bei seinem riesigen Projekt der Bewässerung der Negev-Wüste unter Ben Gurion  vorgemacht.  Dürren waren in der Sahel-Zone, aber auch in Ägypten und anderen Ländern,   schon vorhanden, als es übrigens  noch  keine Kohlekraftwerke oder Dieselfahrzeuge  gab. Das kann man alles solide recherchieren. Warum tun dies die deutschen Journalisten nicht – warum schreiben sie jeden Unfug nach?

Alles schon dagewesen

Auch Wirbelstürme, Gletscherabbrüche (z.B. am  Allalingletscher  in der Schweiz im Jahr 1965 mit 88 Todesfällen), Überschwemmungen und Sturmfluten waren schon immer insbesondere durch natürliche Einflüsse gegeben.  Der Unterschied zu heute liegt lediglich in unserer sensationsgierigen Mediengesellschaft, in der blitzschnell aktuelle  Katastrophen weltweit bekannt und dann sofort  plakativ dargestellt  werden. Die Anzahl und Häufigkeit der Katastrophen war in früheren Zeiten im Vergleich zu heute  keineswegs geringer. In den Wintermonaten Januar und Februar 1784 wurde z.B.  die Gegend am Oberrhein von verheerenden Überschwemmungen heimgesucht, am 5. Januar blühten die Mandelbäume. Ein Jahr vorher – 1783 – senkten sich die Meeresufer in Sizilien und Kalabrien; zwischen Norwegen und Grönland entstand durch  Naturerscheinungen  eine neue  Insel (siehe auch Wikipedia zum Thema  Winter 1783/84). Dies alles, oh weh für die Auto- und Kohlefeinde, ohne Autos, ohne Kohlekraftwerke…

Nun müssen jetzt vor dem Bonner Klimaspektaktel  besonders die Fidschi-Inseln und deren angebliche  Bedrohung des Unterganges  als Beweis des Klimaanstieges herhalten.  Doch welch ein Pech für die Beschwörer der Apokalypse:  Die  Pegelmessungen für die Fischi-Inseln beruhen offensichtlich auf einer mangelhaften Qualität. Deshalb hat das "benachbarte" Australien als Pazifik-Land ein eigenes Pegelüberwachungsprogramm für den gesamten Pazifik in die Wege geleitet, das Pacific  Sea Level  Monitoring Projekt. Im Ergebnis dieser Daten, die nicht vollkommene Analysen aus den Fidschi-Inseln   ersetzen, kann für die  Inseln Entwarnung gegeben werden. Sie  werden wohl doch nicht untergehen.

Zu erinnern ist  in diesem Zusammenhang auch an die 2010 durch das IPCC eingestandenen Fehler  beim angekündigten angeblichen  Abschmelzen der Himalaya-Gletscher bis zum Jahr 2035.  Man habe  sich, sorry,  halt geirrt… Dies kann ja mal vorkommen! Der  naturbedingte Klimawandel wird nicht bestritten. Interessensgestützte Apokalypsen schon.  Aber gerade die glaubwürdige Wissenschaft sollte sich nicht instrumentalisieren lassen. Zu oft trat die prognostizierte Apokalypse nicht ein. Und dies ist auch gut so.

13. November 2017


Günter Spahn

Günter Spahn ist Wissenschaftsjournalist mit langjährigem Schwerpunkt auf alle Themen rund um die Automobilindustrie.