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Lukas Walangitang, Vorstandsvorsitzender des DAV

MINT –
heute des Fundament, morgen der Erfolg

 
 

Das Schuljahr geht bald dem Ende entgegen, sodass Eltern und Kinder in vielen deutschen Familien vor der Frage stehen, welches der richtige nächste Schritt ist. Zugleich sind Ausbildungsbetriebe und Hochschulen mit der Planung des Ausbildungsjahres oder des Wintersemesters 2017/'18 beschäftigt. Dahinter steht die Frage, was der Einzelne für seine künftige Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit vor dem Verlust eines Arbeitsplatzes tun kann. Und zugleich die Frage, wie Unternehmer die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Betriebe und damit zugleich den Standort Deutschland fördern können.

"Säet, damit Ihr ernten könnt" – wem ist dieser Gedanke nicht geläufig? Und doch verstoßen wir dagegen. Derzeit ist vor allem der Mittelstand von stetig wachsendem Bedarf an intelligenten technischen Leistungen bei gleichzeitig schwindender Verfügbarkeit an Fachkräften der Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) betroffen. Die Folgen sind ein "Import" von Fachwissen und in Einzelfällen die Besetzung technischer Schlüsselfunktionen mit nicht angemessen qualifiziertem Personal.

In den letzten Jahren hat auch in Deutschland jedoch ein Trend eingesetzt, den der Deutscher Arbeitgeber Verband e.V. als Indikator für eine Entwicklung hin zu besserer Wettbewerbsfähigkeit auffasst. Eine empirische Untersuchung der Bundesagentur für Arbeit aus dem Jahr 2016 zeigt unter anderem folgendes:

  • Der Anteil der MINT-Fachleute in der Gesamtheit aller Beschäftigten stieg auf zuletzt 7,5 Millionen von 35,3 Millionen inländischen Arbeitnehmern (21 %).

  • Das gleichmäßige Wachstum dieses Segmentes von 7,3 Millionen Arbeitnehmern im Juni 2013 über 7,4 in Juni auf 7,5 Millionen Kräften in der Jahresmitte 2015 lässt die vernünftige Annahme zu, dass hier weiteres Wachstum eintreten dürfte.

  • Das Wachstum und der hohe Anteil gehen zu einem Drittel auf die Beschäftigung von Frauen zurück. Es ist bezeichnend, dass die Beschäftigung vor allem jüngerer Frauen in MINT-Berufen stärker wächst als jene der männlichen Kollegen.

  • Während die Nachfrage nach MINT-Kräften mehr und mehr steigt, sinkt die Arbeitslosenquote in diesem Bereich stetig (343 Tausend Arbeitslose in MINT-Berufen von 2,8 Millionen Arbeitslosen im Jahr 2015).

  • Nach Tätigkeitsfeldern sind nur 5 % aller MINT-Fachkräfte Mathematiker oder Naturwissenschaftler und 9 % Informatiker, jedoch 86 % jedoch Techniker. Zugleich zeigt sich bei akademischen und auch nichtakademischen IT-Berufen das weitaus stärkste Wachstum (+ 16 % respektive +9 % in 2011 gegenüber 2007).

  • Aus der Gesamtheit aller derzeitigen MINT-Beschäftigten verfügen 16 % über einen Hochschulabschluss, 23 % über eine nichtakademische, höhere Ausbildung (z.B. Meister) und 61 % über einen berufsbildenden Abschluss. Dies spiegelt die gesunde Struktur unseres dualen Bildungssystems wieder, für das Deutschland international bekannt ist.

Diese und auch andere Untersuchungen zeigen die sehr hohe Relevanz und steigende Wahrnehmung der Wichtigkeit der MINT-Berufe. Der Deutscher Arbeitgeber Verband e.V. widmet sich diesem Thema mit einer gesonderten Rubrik und steht seinen Mitgliedern als Unternehmernetzwerk zur Verfügung. Unsere Erfahrung zeigt, dass Unternehmer, Geschäftsführer, Mitarbeiter und Studierende mehr und mehr vom Erfahrungsaustausch profitieren, um auch aus den künftigen Wettbewerb mit Erfolgen für sich zu entscheiden.

 

29. Mai 2017

 


Lukas Walangitang

Lukas Walangitang arbeitet als Direktor Internal Audit für einen börsennotierten Konzern. Er bringt seine langjährigen Erfahrungen als Finanzmanager und Aufsichtsrat in seine Arbeit als Vorstand des Deutscher Arbeitgeber Verband e.V. ein und begleitet Unternehmer auch in strategischen Fragen.