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Wolfgang Thüne, Meteorologe und Christ

Autofasten – Kirchen werden zu NGOs

Zum 20. Mal haben die katholische und evangelische Kirche zur Fastenzeit mit dem Motto "Klima schützen" zum "Autofasten" eingeladen. Der Aufruf der Kirchen ist ein rein politischer Akt, kein theologischer. Er wird wie alle vorherigen Aufrufe am Wetter nichts ändern. Er kann auch nicht das "Klima schützen", weil "Klima" kein beeinflussbarer Naturvorgang, vielmehr eine vom Wetter abgeleitete und vom Menschen erfundene Kunstgröße ist. Der Schöpfer hat ganz bewusst den Menschen keine "Macht über den Himmel" verliehen, damit der Mensch nicht in einem Anfall von Größen- und Machbarkeitswahn in das globale irdische Wettergeschehen eingreifen und das Wetter gezielt als Mordwaffe gegen seinen Nächsten missbrauchen kann.

Die Ohnmacht vor dem Wetter war nicht nur allen Kulturvölkern, sondern auch der christlichen Kirche bekannt. Im Jahre 399 ordnete in Anlehnung an die römischen Flurgänge Johannes Chrysostomos wegen Dauerregens einen Bittgang an. Später wurden Bittprozessionen um Christi Himmelfahrt für alle Kirchen Galliens eingeführt, bevor um 800 unter Papst Leo III. für die römische Liturgie eucharistische Wetterprozessionen zur Verpflichtung wurden. Am 26. Juni wird das Fest der Wetterheiligen Johannes und Paulus von Rom gefeiert. Die Abhängigkeit der Ernte und damit der menschlichen  Ernährungsgrundlage vom Wetter war evident, handgreiflich. In manchen Gegenden wurden zusätzlich Hagelprozessionen gemacht.

Der kirchliche Aufruf zum "Klimaschutz" durch "Autofasten" ist keine Geste der "Ehrfurcht vor der Schöpfung", sondern eher eine Kapitulation vor dem Zeitgeist und Zeichen politischen Hochmuts über Gottes Schöpfung. Doch damals wie heute lässt sich das Wettergeschehen nicht manipulieren und gleichschalten. Es gibt auf der Erde weder ein Einheitswetter noch ein Einheitsklima. Der politische Wunsch nach "globaler Klimagerechtigkeit" wird auf ewig ein Wunschtraum bleiben. Wer der Schöpfung dienen will, sollte den grünen Pflanzen nicht das CO2 in der Luft als Nahrung entziehen. Wer die Schöpfung bewahren will, sollte das Projekt "Dekarbonisierung" sofort einstellen. Aller "Klimaschutz" ist vergebliche Liebesmüh, weil sich das Wetter jedem Schutz kategorisch entzieht. Die Definition von "Klima" sagt es klar und unmissverständlich: Jeder "Klimawandel" ist eine Folge und nicht Ursache des ewigen Wetterwandels!  

20. März 2017

Wolfgang Thüne

Wolfgang Thüne ist Meteorologe und war lange Jahre Wettermoderator des ZDF (1971-1986).