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Bernhard Blach, Vorstand Revierkohle BV. e.V.

Warum die Energiewende nicht gelingen kann

Als im Jahre 2000 das Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG) eingeführt wurde, bezifferte die Bundesnetzagentur die Kosten für die Subventionierung von Windkraft-, Photovoltaik- und Biogasanlagen auf rd. 883 Mio. EUR pro Jahr. Der damalige Grünen-Umweltminister Jürgen Trittin rechnete daraufhin den Verbrauchern vor, das die zusätzlichen Kosten für die Rettung des Klimas gerade einmal in Höhe einer Eiskugel pro Monat zu Buche schlagen würden. Mittlerweile sind die Kosten für die Subventionierung erneuerbarer Energien auf rd. 28 Mrd. EUR im Jahre 2015 gestiegen und die Verbraucher zahlen für die Energiewende den Preis für eine ganze Eisdiele pro Monat. Im Klartext: die Kosten sind riesig und der Nutzen geht gegen null. Warum das so ist, wollen wir im Folgenden erläutern:

Die Ausgangslage für die größte Umverteilungsmaßnahme seit dem 2. Weltkrieg bildet eine schlichte Fiktion. Es wird von Seiten verschiedener Interessenvertreter ( Öko-Institute, Green pace, B.U.N.D., IPCC, PIK, Grüne , Bundesumweltministerium etc.) seit rd. 20 Jahren behauptet, das sich das Klima aufgrund der Zunahme von Kohlenstoffdioxid-Emissionen (Co2) erwärmt und das man die Erwärmung nur verhindern kann, indem man die Co2-Emissionen stark zurückfährt. Dementsprechend hat man auf der Pariser UN-Klimakonferenz 2015 beschlossen, das sich die Temperatur auf der Erde nur noch um maximal 2 Grad erwärmen darf und der Co2-Ausstoß bis 2060 auf Null reduziert werden muss, da ansonsten eine Klimakatastrophe drohen würde. Diese Panikmache wird seit Jahren von den Medien aktiv befeuert. Wir nennen das eine Fiktion, weil es sich um eine hypothetische Annahme handelt, die mit der Wirklichkeit in keiner Weise übereinstimmt.  

Es gibt de Facto keine einzige wissenschaftliche und begutachtete Studie, die den Nachweis erbracht hat, dass es einen signifikanten Zusammenhang zwischen Klimaerwärmung und der Zunahme von Co2-Emissionen gibt. Alle Studien, die der Weltklimarat (IPCC) bisher veröffentlicht hat, basieren auf hypothetischen Annahmen, die aufgrund mathematischer Modellbildungen erfolgten und durch reale Satellitenmessdaten nicht bestätigt werden konnten. Und das ist auch nicht weiter verwunderlich. Denn  der Anteil des Spurengases Co2 in der Luft beträgt ganze 0,004 %. Auf 10.000 Luftmoleküle kommen also nur 4 Co2-Moleküle. Der Rest setzt sich zu 78,08 % aus Stickstoff, 20,95 % aus Sauerstoff und zu 0,93 % aus Argon zusammen. Und das Tollste dabei ist, das sich die Durchschnittstemperaturen in den letzten 18 Jahren überhaupt nicht erhöht haben, obschon sich die Co2-Emissionen mehr als verdreifacht haben. Die Auswirkungen sind – anders als offiziell behauptet wird - durchweg positiv zu sehen, da Co2 für die Photosynthese von Pflanzen notwendig ist, damit diese genügend Sauerstoff produzieren können. Dementsprechend gedeiht bei einer Zunahme des Kohlenstoffdioxidanteils in der Luft die Vegetation außerordentlich gut.   

Damit Sie uns aber nicht missverstehen, möchten wir deutlich machen, dass wir selbstverständlich keine Klimaleugner sind, denn das Klima kann man nicht verleugnen.  Es macht seit über 5 Mrd. Jahren eh was es will. Was wir allerdings kritisieren, ist die von unseren Gegnern aufgestellte Behauptung, die (unterstellten) Temperaturerhöhungen würden überwiegend  durch von Menschen verursachten Co2-Emissionen ausgelöst werden. Und genau das lässt sich definitiv nicht belegen. Das haben seit 1997 bereits mehr als 31.000  amerikanische Naturwissenschaftler im Rahmen einer  seit Jahren laufenden Petition gegenüber dem  noch amtierenden Präsidenten Barack Obama deutlich gemacht und sich dagegen verwahrt, öffentlich zu behaupten, das 97 % aller Klimawissenschaftler sich darin einig wären, das der von Menschen verursachte Einfluss von Co2-Emissionen eine Klimaerwärmung herbeiführen würde. Hierzu gehörten auch die Nobelpreisträger für Physik, Robert Laughin und Ivaer Gleaver.

Wir sind davon überzeugt, dass sich das Klima auf der Erde auf natürliche Weise verändert. Auslöser bilden natürliche Prozesse wie Vulkanausbrüche, Sonneneruptionen, Einstrahlungs winkel der Sonne auf die Erde sowie das komplexe Wechselverhältnis zwischen Ebbe und Flut, Luftdruck und Wolkenbildung. Es handelt sich dabei um nichtlineare, sondern um chaotische Prozesse, was auch die Wettervorhersage so schwierig macht.

Aus diesen kurzen Ausführungen ist hoffentlich deutlich geworden, das man/frau das Klima nicht retten kann. Das Klima stellt im Übrigen auch nur eine statistische – vergangenheitsorientierte- Berechnungsgröße dar. Daher stellt sich nunmehr die Frage, warum die Bundesregierung  dennoch so einen Riesenaufwand betreibt, um mit allen Mitteln bis 2050 eine Energiewende herbeizuführen, deren Kernanliegen es ist, das 80 % des erzeugten Stroms aus regenerativen Energieträgern stammen soll. Eine abschließende Antwort können wir Ihnen leider nicht geben, sondern nur mit einer Vermutung operieren. Wir vermuten, das sich die Bundesregierungen seit 2000 die von den Grünen in den 90er Jahren aufgestellten These von der Transformation der Gesellschaft zu eigen gemacht haben. Danach soll die Gesellschaft durch eine vollständige Dekarbonisierung auf eine  neue Öko-Agrargesellschaft umgestellt werden, deren Basis die regenerativen Energieträger bilden. Im Endeffekt führt eine solche Vorstellung zu einer vollständigen Deindustriealisierung. Inwieweit das wirklich gewollt ist, entzieht sich unserer Kenntnis. Aber man muss das durchaus für möglich halten, weil die gesamte Diskussion um das Thema Klima und Energie nicht durch physikalisch-technische und somit rationalen Argumenten getragen wird, sondern durch Ideologie gekennzeichnet ist, die stellenweise religiöse und verschwörungstheoretische Ausmaße angenommen hat.

Und daher mischen auch die Kirchen bei dem Thema kräftig mit. So hat z.B. Michael Rosenberger, Professor für Moraltheologie an der Kath.-Theol. Privat-Universität Linz  in der Fachzeitschrift für Humanökologie 2014 deutlich gemacht, dass das Ängste schüren völlig in Ordnung wäre, da die Angst vor der Klimakatastrophe als eine moderne Form der Gottesfurcht angesehen werden sollte, welche die Mutter der Weisheit wäre. Und die würde die Transformation der Gesellschaft beschleunigen. Die Kirchen sehen in der Energiewende ein Mittel zur Herstellung von "Klimagerechtigkeit." (was auch immer das sein mag)

Deutlicher wird dagegen der Vizechef des IPCC und des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), Prof. Dr. Otmar Edenhofer. In der Neuen Züricher Zeitung hatte er bereits 2010 unmissverständlich klargestellt, dass durch die Klimapolitik das Weltvermögen de facto umverteilt wird. Man müsse sich von der Illusion freimachen, dass internationale Klimapolitik Umweltpolitik sei.

Das sehen wir auch so. Denn mit Umweltschutz hat die Klimapolitik in der Tat kaum etwas am Hut. Das kann man durch den weiter (in 2016 nur leicht gebremsten) Ausbau von Windkraftanlagen in Wäldern und Naturschutzgebieten, dem damit einhergehenden enormen  Flächenverbrauch, der zukünftigen Entsorgungsproblematik von Rotorblättern und der Inkaufnahme des Todes von 100.000 fachgerecht geschredderten Vögeln pro Jahr gut ab-und nachlesen. Und zur Versorgungssicherheit tragen die Windkraftanlagen auch nicht bei, da sie nicht grundlastfähig sind. Das bedeutet, dass sie bei steigendem Strombedarf nicht heraufgefahren werden können, da die Einspeisungen mangels ausreichendem Wind stark schwanken. Im Jahresdurchschnitt erbringen alle rd. 30.000 installierten Windkraftanlagen gerade einmal 1.800 Volllaststunden. Da das Jahr aber 8.760 Volllaststunden hat, nehmen den Ausgleich daher die konventionellen Kraftwerke vor. Sie fungieren gleichzeitig als Taktgeber, um die 50 Hertz-Spannung in den Netzen permanent aufrecht zu erhalten. Aus diesem Grunde muss für jede installierte Megawattstunde Strom, der aus regenerativen Energieträgern gewonnen wird, die gleiche Megawattstundenzahl an konventionellen Energieträgern als Sicherheit bereitgehalten werden.

Und das kostet richtig viel Geld. Ihr Geld ! Laut BMU vom 15.10.2015 beliefen sich die Kosten für die Subventionierung regenerativer Energieträger auf 183 Mrd. EUR. Bis 2022 sollen die Kosten einschließlich neuer Stromtrassen auf 1.282 Mrd. EUR in die Höhe schießen. Wenn man die Kosten auf die (real) rd. 82.000 Mitarbeiter umlegt, die in der Wind-und Solarbranche in 2015 tätig waren, so wird jeder Arbeitsplatz vom Steuerzahler mit 99.567 EUR subventioniert, hat der Dipl.-Ing. Michael Limburg vom europäischen Institut für Klima und Energie ausgerechnet. Wir nennen das Wahnsinn.

Der derzeitige Anteil von Windstrom am Primärenergieverbrauch liegt bei 2, 4 %. Alle regenerativen Energieträger zusammen haben einen Anteil von gerade einmal 12,7 % laut BMWI . Zum Vergleich: Braunkohle hat einen Anteil von 11,8 %, Steinkohle von 12,7 %, Gas von 21,1 % und Öl von 33,9 %.  

Auch wenn sich 2,4 % wenig anhört, darf man nicht unterschätzen, dass von den rd. 30.000 installierten Anlagen ein enormes Risiko für die Netzstabilität ausgeht. Und mit jeder weiteren Windkraftanlage, die installiert wird, steigt das Risiko eines Blackouts, weil die Netzstabilität durch die bevorrechtigte Einspeisung von volatilem Strom  immer mehr gefährdet wird,  Wo die Kippgrenze genau liegt, weiß man leider nicht.

Um einen Zusammenbruch des Stromnetzes zu verhindern, mussten in 2015  6.300 Netzeingriffe vorgenommen werden. Diese sog. Redispatch-Maßnahmen verursachten nach Angaben des Bundesverbandes der Energie-und Wasserwirtschaft in 2015 rd. 1 Mrd. EUR an Kosten. Das europäische Institut für Klima und Energie rechnet mit rd. 46.000 Redispatch-Maßnahmen bis 2020, falls der Ausbau ungebremst weiter gehen sollte. Im Ernstfall würde das bedeuten, dass jede Stunde Stromausfall mit 600 Mio. EUR an Kosten zu Buche schlagen würde. Vom volkswirtschaftlichen Schaden sowie von Toten und Verletzten ganz zu schweigen. Und das ist weiß Gott keine Panikmache, sondern ganz real möglich. Nur haben das die meisten Unternehmen bisher noch nicht begriffen.

Und was bringt die Co2-Reduktion für das Klima ? Antwort: nichts! Denn die beabsichtigte Reduzierung von derzeit rd. 830 Mio. T Co2-Emissionen auf rd. 166 Mio. T in 2050 haben mit  -0,004 Grad so gut wie keinen Einfluss auf die Erwärmung. Dafür gibt es aber rd. 1,5 Mio. Gewinner. Und das sind die Besitzer von EEG-Anlagen, Banken, Berater, Projektentwickler , Hersteller etc.  Dem stehen 79 Mio. Zahler gegenüber. Wir nennen das die staatliche Lizenz zum Gelddrucken. Denn jeder Nutznießer erhält pro Jahr rd. 34.000 EUR an Subventionen. Garantierte 20 Jahre lang. So ist es im EEG geregelt. 

Der Verbraucher zahlt durch die EEG-Umlagen die Kosten

Da Sie diese i.d.R. ihrer Stromrechnung im Einzelnen nicht entnehmen können, haben wir diese für Sie einmal aufgeschlüsselt. Pro Kilowattstunde erzeugten Stroms werden folgende Kosten fällig:

Windkraftanlagen Offshore: 19 Ct. kWh
Windkraftanlagen Onshore:  9 Ct. kWh
Solarstromanlagen: 14 Ct. kWh
Biogasanlagen: 14 Ct. kWh
Elektroyseanlagen: 2,00 EUR kWh
(Wasserstoff)  
Braunkohleanlagen: 3,5 Ct. kWh
Steinkohleanlagen: 6,5 Ct. kWh

Und trotz der gigantischen Geldverschwendung kann die Energiewende nicht gelingen, da

  • Wind schwankt und nicht zur Verfügung steht, wenn er benötigt wird (z. B. der sog. Sekundenstrom)

  • es keine elektrische Speichermöglichkeit gibt. Daher stehen auch nur rd. 24 % der gesicherten Leistung zur Verfügung

  • der Umwandlungsverlust z.B. durch das Power to Gas-Verfahren enorm  hoch ist ( 70 % Energieaufwand, 30 % Energiegewinnung)

  • Windkraftanlagen einen enormen Flächenverbrauch verursachen

  • die Energiedichte gering ist  (5-15 Mj/kg je nach Anlage; Steinkohle: 25-32 Mj/Kg)

  • alle Windkraftanlagen die ausgewiesene Nennleistung aufgrund des V3-Gesetzes für Strömungsmaschinen nicht erbringen können. Fällt der Wind um 50 % ab, reduziert sich die Leistung um das 8fache. Erhöht sich der Wind um 100 %, wird die Leistung um das 8 fache erhöht und muss abgeregelt werden, um das Netz vor Überlastung zu schützen. Dieser "Geisterstrom" wird dann ins Ausland gegen Aufpreis verschenkt. ( das sind die sog. Negativkosten aufgrund von Blindleistung)  Aus diesem Grund rechnet sich eine Windkraftanlage auch erst ab 2000 Volllaststunden/Jahr bzw. ab einer mittleren Windgeschwindigkeit von 5,4 Sec. in 30 m Höhe im Jahresdurchschnitt. Das ist übrigens einer der Gründe, warum viele Anlagen trotz Subventionierung defizitär arbeiten

Und was man auch nicht verschweigen darf:
Windkraftanlagen vernichten jede Menge Arbeitsplätze

Das Frauenhofer-Institut für Fertigungstechnologie und Materialforschung hat das mal im Jahre 2013 ausgerechnet und kam zu dem Ergebnis, das pro Anlage innerhalb von 20 Jahren Laufzeit 8 Arbeitsplätze vernichtet werden.  Bei derzeit rd. 30.000 installierten Anlagen ergibt das einen Verlust von 240.000 Arbeitsplätzen innerhalb von 20 Jahren.

Wie kann man einen möglichen Versorgungsengpass verhindern ?

Der Ausweg aus diesem Dilemma kann u.E. daher nur lauten: das EEG muss abgeschafft werden. Darüber hinaus müssen wir die Balance zwischen Umweltschutz- Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit  wieder herstellen. Der sich seit Jahrzehnten bewährte Energiemix hat zum wirtschaftlichen Wohlstand beigetragen, in dem er die Versorgungssicherheit rund um die Uhr gewährleistet hat. Wenn nunmehr aber das Herzstück der Versorgungssicherheit aufgegeben werden soll, nämlich unsere Kraftwerke, wie es Bundeswirtschaftsminister Siegmar Gabriel,  Bundesumweltministerin Hendricks  und ver.di-Chef Bsirkse jüngst gefordert haben, dann sollten wir die Verantwortlichen endlich zur Rede stellen, wie sie sich eine gesicherte Energieversorgung in Zukunft ohne fossile Energieträger konkret vorstellen. Wir glauben, dass das ohne Großspeichertechnologie nicht gehen wird. Daher fordern wir eine Erneuerung des Kraftwerkparks.

07. November 2016

   


Bernhard Blach

Bernhard Blach ist Vorstand des Berufsverbandes Revierkohle e.V.