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Dr. Dr. David Berger

Das AGG verursacht Bürokratie,
aber keine Gerechtigkeit
Wie Homosexuelle für ideologische Interessen missbraucht werden

Das AGG – zumal in seiner verschärften Form – stellt mit seiner Viktimisierungstendenz nicht nur für die einzelnen potentiell Betroffenen ein großes Problem dar. Vorbild für die im Opfer-Teufelskreis Gefangen ist eine Art Politik, die in ähnlicher Weise, aber eben zusätzlich öffentlichkeitswirksam agiert. Auch hier ist wieder der Grünenpolitiker Volker Beck zu erwähnen, der sich durch Talkshows und die wie eine Lobby agierenden, nicht selten von ihm mitbegründeten, Homoverbände zu einer Art öffentlicher Sprecher dieser Gruppe entwickelt hat. Ein gutes Beispiel dafür ist eine unter ganz vielen ähnlichen Pressemitteilungen, die vor knapp einem Jahr von Becks Büro aus allen deutschsprachigen Redaktionen in Deutschland zugeschickt wurde:

In Bad Laasphe gebe es angeblich skandalös diskriminierende Zustände (Link: Siehe Hier) : "Vergünstigten Familienspaß im Schwimmbad gibt es in Bad Laasphe wohl nur für Kinder von heterosexuellen Eltern. Laut Medienberichten verkaufen die Freibäder in Bad Laasphe Familienkarten nicht an Regenbogenfamilien." Die SPD-Ratsfrau des Städtchens, Margot Leukel, habe selbst erlebt, "wie im vergangenen Sommer einem gleichgeschlechtlichen Paar mit Kindern die vergünstigten Familienkarten nicht verkauft wurden.  Heterosexuelle Eltern sollen die Karten jedoch problemlos erhalten." Das sei pure Diskriminierung. Und um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, droht Beck auch gleich "Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) besagt, dass niemand auf Grund von sexueller Identität im Zivilrecht benachteiligt werden darf. Ich habe deshalb bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes um Prüfung gebeten."

Den theoretischen Unterbau für solche alles andere als hilfreichen, in diesem Fall die Grenzen des Lächerlichen schürfenden Aktionen liefern homosexuelle Publizisten, die die Lage von Homosexuellen im Jahr 2016 mit jener der Schwarzen im Apartheitsregime Südafrikas vergleichen. Nicht selten fällt auch der beliebte Ausspruch, die Homosexuellen seien die Juden  des 21. Jahrhunderts. Während man überhaupt nicht bemerkt, wie man dadurch die Verbrechen zweier Unrechtsregime relativiert, fühlt man sich bereits durch die Toleranz, die von Nichthomosexuellen ausgeht, diskriminiert – Eine Diskriminierung, die nur durch die notfalls gesetzlich herbei zu zwingende Akzeptanz homosexueller Veranlagung und Lebensart (was immer das sein soll) zu beenden sei. (Link: Siehe hier)

Hier zeigt sich ein Aufbauschen von Bagatellen, das typisch ist für die Viktimisierung und deren zweischneidiges Schwert: Während die Viktimisierung das Leben ganz "normaler" schwuler Männer deutlich erschwert, traumatische Erfahrungen der Vergangenheit fortschreibt, ja ihnen manchmal einen (Wieder-)Einstieg ins Sozial- und Berufsleben unmöglich macht, sind die eigentlichen Nutznießer diejenigen, die den Themenkomplex politisch oder ideologisch im Eigeninteresse instrumentalisieren oder als "Berufs-Homos" davon finanziell profitieren. Das gesamte Netzwerk an LGBT-Verbänden in Deutschland – von der Aidshilfe bis zu "schwulen Überfalltelefonen" – besteht recht eigentlich aus  "Opferverbänden" und lebt von staatlichen Zuschüssen und Spenden.

Zuschüsse aus Steuergeldern und Spenden gibt es natürlich nur, wenn man zeigen kann, dass man überhaupt noch gebraucht wird. Eine weitgehend diskriminierungsfreie Gesellschaft wäre das Ende für die großen Homoverbände, wie auch die medizinisch inzwischen kontrollierbar gewordene Krankheit Aids dafür sorgt, dass mindestens die "Deutsche Aidshilfe" überflüssig wurde. Also müssen Opfer her: Schwule Männer, die als Fetisch Leder haben und deswegen von anderen Schwulen, die Turnschuhe lieber mögen, diskriminiert werden; die ganze Homo-Community, die angeblich durch die Wahlerfolge der AfD existentiell bedroht sei, oder eben die Regenbogenfamilie aus Bad Laasphe, der im vergangenen Sommer – wie wir jetzt wissen aufgrund der Unkenntnis der Verkäuferin – kein Familienticket verkauft wurde.

Dass diese Vereine und Verbände einen Überlebenswillen haben, dass der Pressesprecher der Deutschen Aidshilfe lieber bei hohem Gehalt in seinem Büro in Mitte residiert, als bei C&A die Lagerbestände zu kontrollieren, sei ihm zugestanden. Dass aber nun eine Verschärfung des AAG, u.a. begründet unter Zuhilfenahme dieser Viktimisierung, Arbeitgebern und damit in weiterer Konsequenz auch den Arbeitnehmern ihre Arbeit weiter erschweren soll, ist selbst mir als homosexuellem Mann und Nichtarbeitgeber schlicht unverständlich.

24. Oktober 2016

 
   


Dr. Dr. David Berger

David Berger (Jg. 1968) war nach Promotion und Habilitation viele Jahre Professor im Vatikan, eine Tätigkeit, die mit seinem Outing 2010 endete.

Von 2013-2015 Chefredakteur von Deutschlands größtem Magazin für schwule Männer. Seit 2015 freier Journalist und Publizist in Berlin und Nizza. Sein Buch "Der heilige Schein" (Ullstein Verlag) wurde zum Bestseller.

Sein Blog: http://philosophia-perennis.com