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Holger Douglas

Prima Klima!

Wie beim Teppichverkäufer alter Schule: »Nein; nicht 9, nicht 8, nicht 7 ... SONDERN 5 Euro! Dafür bekommst Du die Wärmedecke!«
Jetzt setzen sie in Paris auch noch mal eins drauf: Nein, nicht drei, nicht zwei, sondern nur noch 1,5 Grad soll die Erwärmung der Erde betragen dürfen! Gesagt hat das die Vorsteherin eines der führenden Industrieländer, die woher auch immer die Chuzpe hat, einem ganzen Industrieland den Strom abzustellen und dazu noch auch von Decarbonisierung redet. Leider ist die Kommission für deutsche Sprache politisch entsprechend gekapert; dieses Wort hat wohl kaum eine Chance zum Unwort des Jahres zu werden.

Bleibt uns denn gar nichts mehr erspart! Jetzt hängt auch noch der Weltfrieden davon ab, hören wir aus Paris, ob wir nur noch 1,5 Grad Erderwärmung hinbekommen. Da dachten wir bisher naiv, der hänge von einer Horde wildgewordener Terroristen ab. Und ausgerechnet diejenigen aus der derzeit tonangebenden politischen Sippe, die nichts mehr auf die Reihe bekommen, blasen dafür umso lauter ins Klimakatastrophenhorn.

»Diese Konferenz soll unsere Welt verändern, sie soll die Erde retten«, trötet tapfer eine WELT-Tante in die Tasten und wird angesichts eines solchen Stusses vermutlich noch nicht einmal rot.

Mal wieder. Mal wieder soll die Welt gerettet werden. Von dieser Konferenz soll alles abhängen, Wohl und Wehe der Menschheit. Drunter geht's nicht. Je weniger irdische Probleme geregelt werden können, desto himmlischer müssen die Botschaften werden. Davon hänge die »die Zukunft unseres Planeten« ab.

Beruhigend: Die hängt mit Sicherheit von allem anderen ab, glücklicherweise nicht von den Künsten der derzeitigen Politik-Nomenklatura.

Zehntausende sind aus aller Welt zum munteren Gipfeltreffen gedüst, haben hunderttausende von Flugkilometern mit den achso bösen CO2-ausstoßenden Flugzeugen zurückgelegt. Einen Klimaaufschlag, den jeder normale Reisende zahlen soll, hat mit Sicherheit keiner bezahlt, zumindest nicht aus eigener Tasche, der beim internationalen Klimajet-Set im die Welt düst. Vor einiger Zeit durfte es auch mal Bali sein, um bei bestem Urlaubswetter über kommende Klimakatastrophen zu lamentieren.

Jetzt also heißt es in Paris Panik zu verbreiten, kommende Katastrophen zu beschwören, die letzten Chancen zu besingen. Aber die wirklich allerletzten - zumindest bis zur nächsten Klimakonferenz. Es klingt wie bei den Zeugen Jehovas, die immer wieder ausrechnen, wann der letzte aller Tage gekommen sein wird - und noch rechtzeitig abkassieren.

Owei, wie die Worte in den Ohren klingeln: Wieder eine neue Klimakonvention. Die wird jetzt zu einer Bewährungsprobe für globale Demokratie und internationaler Solidarität hochstilisiert. Zumindest das »Hoch« auf Letzteres dürfte Merkel noch aus alten Zeiten gut kennen.

Dabei verlieren dummerweise die Deutschen zusehends ihre Angst vor dem Klimawandel, ergeben immer wieder Umfragen. Viele wollen einfach nicht ernstnehmen, was eine ganze Blase von überbezahlten »Experten« an sie heransalbadert. Schreckliche Aussichten für die Einkommen der Klimaablaßhändler. Dem muß entgegengewirkt werden. Rezept: Also immer wieder neue Schreckensmeldungen hinausjagen. Was geht als Nächstes unter?

Das in früheren Jahrhunderten probate Mittel, Truppen gegen vom Glauben Abgefallene zu schicken, kommt heutzutage nicht mehr so gut. Da muß der Sturmangriff auf die Köpfe medial erfolgen. Reden einer schwitzenden, sichtlich unter Streß stehenden Merkel werden übertragen. Man sieht feiste Gesichter von Vertretern untergehender Inselreiche von den Industriestaaten, die ja für alles verantwortlich sind, »more money« fordernd.

Verzichten müssen die Medien dieses Mal auf das beste Gesicht der internationalen Klima-Gang, Rajendra Pachauri. Keiner konnte so schön traurig schrecklich von den kommenden Katastrophen künden. Dagegen wirken Robbens Schwalben wie ein Kinderspiel. Er, Chef des Weltklimarates als personifiziertes Weltgewissen - zumindest solange die geschäftlichen Interessen des indischen Präsidenten nicht allzu weithin ruchbar wurden. Jetzt ist er noch rechtzeitig vor dem Pariser Klönschnack zurückgetreten und muß nicht klimaethisch einwandfreie Eröffnungsreden halten, die möglicherweise immer weniger gut gekommen wären. Ist er doch auch wegen sexueller Belästigung angezeigt worden. Vorbei die Zeiten, da ZEIT-Reporterinnen dem einigermaßen charismatischen Weltgewissen zu Füßen lagen.

Nicht abzusehen, wann der Wahnsinn endlich aufhört. Vermutlich so lange nicht, wie Deutschland noch Kohle hat, und die munter in der Welt verteilen kann. Also solange die Industrie, darunter auch VW, nicht mehr genug abwerfen. Ärgert sich nicht langsam irgendjemand darüber, daß die Industrie seinerzeit den »Club of Rome«, mit dem der ganze Schwindel anfing, mit Millionen gefördert hat? Aber das ist schon ein paar Jahre her, die Verantwortlichen sind mit Sicherheit schon im Ruhestand.

Schon jetzt investiert hierzulande die Industrie nicht mehr. Energieintensive Unternehmen wissen kaum noch, wie sie sich retten sollen - außer dichtmachen. Immer mehr Unternehmen verheddern sich in den Fallstricken der technisch fast nicht mehr erreichbaren Vorgaben, die angeblich zum Schutz der Umwelt gemacht wurden und letztlich die Industrie kaputtmachen. VW könnte ein beredtes Beispiel darüber bringen - wenn sich denn die Manager trauen würden, einmal auch nach außen laut zu werden.

Ich bewundere immer mehr die Fähigkeiten des amerikanischen Schriftstellers Michael Crichton. Der hat nicht nur die Vision von der Wiedererweckung der Dinosaurier aus ihrem gefundenen Erbgut in Büchern und Filmen verbreitet. Er hat in seinem Buch »State of Fear« so präzise den Kampf der Klimaapologeten sowie die Instrumentalisierung und Ideologisierung der Wissenschaft skizziert, daß es fast als Drehbuch für jetzige Klimajünger durchgehen könnte. Nur jene gewaltige Kavitationsmaschine, die Tsunamis auslösen können soll, gibt es nicht.

02. Dezember 2015