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Prof. Dr. Ulrich Kutschera, Universität Kassel/Stanford (USA)

Gender als geistige Vergewaltigung
des Menschen

Am Samstag, den 3. Oktober 2015, fand in Frankfurt/Main eine Feierlichkeit zum 25. Jahrestag der Wiedervereinigung Deutschlands statt. Anlässlich dieses Festaktes präsentierte sich die gesamte Bundesregierung mit allen Ministerien der interessierten Öffentlichkeit. In diesem Rahmen teilten Vertreter des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ; Männer sind nicht genannt), u. a. aufwändig hergestellte Farb-Postkarten aus, über welche die Ideologie des Gender Mainstreamings (GM) verbreitet wird. Auf einem professionell hergestellten Foto ist ein dämlich-besorgt dreinblickender junger deutscher Mann zu sehen, der in demütiger Körperhaltung einen Blumenstrauß in der linken Hand hat. Durch die langen Haare und eine Mütze auf dem Kopf versinnbildlicht dieser "Jüngling im optimalen Testosteron-Alter" das derzeitige politische Ideal des mitteleuropäischen Schoßhundes der Biospezies Homo sapiens: Intelligent-weißhäutig, und somit mit dem Potential zum gutverdienenden beamteten Lehrer ausgestattet, aber gleichzeitig mit einem sensibel-weichgespülten Wesen. Die maskulinen Züge des Mit-Zwanzigers sind kaum noch erkennbar.

Seine Partnerin, eine gleichaltrige, ebenfalls kaukasische junge Frau mit Hochzeits-Schleier, hält, liebevoll herabblickend, eine schwere Motor-Kettensäge in den Armen, als wäre dieses grobe Holzfäller-Werkzeug ihr leibliches Baby. Bedingt durch die vom weißen Schleier verborgenen Haare wirkt die Dame, verglichen mit dem langmähnigen Jüngling an ihrer Seite, eher maskulin, aber die Tatsache, dass ein heteronormales Mann-Frau-Paar dargestellt ist, muss im genderisierten Deutschland 2015 lobend hervorgehoben werden.

Das "Blumenstrauß-Weichei-Langhaarmann/Kettensäge-Schleier-Kurzhaarfrau-Liebespaar" in Hochzeitsstimmung wird von dem Slogan "Gleich Geht's Weiter" begleitet. Auf der Rückseite der kostenlos verteilten BMFSFJ-Werbepostkarte wird diese lächerliche "Mann-Frau-Szene" in den folgenden Worten erläutert: "Frauen und Männer – Gleich Geht's Weiter. Die Gleichstellungspolitik des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend nutzt allen – Frauen und Männern. Mehr Informationen zum Film ‚Gleich geht's weiter' und zur Arbeit des Bundesministeriums erhalten Sie unter www.gmfsfj.de."

Das dort einsehbare kurze Video mit dem Titel "Frauen und Männer-Gleichberechtigung" wird von einem deutschen jungen Mann und einer gleichaltrigen Frau angekündigt und enthält einige humorvolle Comic-Kurzfilme. Nach korrekter Darlegung der Geschichte der Gleichberechtigung von Mann und Frau, bei der allerdings das Schlüsselereignis, die Gründung des Deutschen Frauenvereins 1865 fehlt, wird auf die Verhältnisse in der ehemaligen DDR eingegangen. Dort gab es bereits in den 1950er Jahren eine Gleichberechtigung der Geschlechter, wobei Frauen als Arbeitskräfte von staatstragender Bedeutung waren. Kinder wurden in Massen-Verwahranstalten untergebracht (Krippen), die möglicherweise eine Mitschuld an späteren gesellschaftlichen Problemen, verursacht durch diese humanen Erziehungsprodukte, gehabt haben (z. B. beliebige ideologische Formbarkeit und Staats-Unterwerfung, krankhafter Hass auf den kapitalistischen Westen usw.). Nachdem dann das 1957 in Westdeutschland verabschiedete Gleichberechtigungsgesetz erwähnt wurde, gehen die BMFSFJ-Ideologen nahtlos auf die Welt-Frauenkonferenz 1995 in Beijing, China, ein. Die dort über Intrigen und radikale Mafia-Methoden durchgeboxte Agenda zur Macht-Gleichstellung der Frau wird als Krönung der "Gleichberechtigungs-Entwicklung" im vereinten Deutschland verkauft.

Die vernunftgeleitete und notwendige rechtliche Gleichbehandlung von Mann und Frau wird in dem BMFSFJ-Propagandafilm mit der Macht-Gleichstellung gleichgesetzt. Hierbei handelt es sich jedoch um zwei grundlegend verschiedene Dinge. Während die logisch-rational argumentierenden Verfechter der Gleichberechtigung die biologischen Unterschiede von Männern und Frauen nicht infrage gestellt haben, gingen die radikal-feministischen "Kampf-Emanzen" in Peking 1995 viele Schritte weiter: So legte man der Frauen-Ermächtigung eine biologische Geschlechtergleichheit zugrunde, die den naturwissenschaftlichen Gegebenheiten widerspricht. Man zwang alle Frauen per Gesetz dazu, wie in der ehemaligen DDR, auch gegen ihren Willen ganztägig einer Erwerbsarbeit nachzugehen, verunglimpfte die evolutionär herausgebildete "Vater-Mutter-Kinder-Familie", propagierte bzw. verherrlichte homoerotische Veranlagungen und prägte das Dogma einer "gewollten Kinderlosigkeit". Diese "Gleichstellungspolitik" des BMFSFJ habe ich u. a. bei Spiegel Online und im Focus als "Frau-gleich-Mann-Ideologie" gekennzeichnet. Wir wollen nachfolgend einige Beispiele zur genderistischen Sprach-Verhunzung diskutieren.

Das Studentenwerk der Universität zu Köln musste, auf Druck entsprechender Gender-Fanatikerinnen, vor einigen Jahren seinen Namen ändern und trägt seither, wie bundesweit fast alle derartige Institutionen, den Titel "Studierendenwerk". Die Namensänderung hat, mit allen verwaltungsbedingten Konsequenzen, den Steuerzahler ca. 1 Million Euro gekostet. Hierbei ergeben sich jedoch logische Probleme der folgenden Art. Vernunftbegabte Menschen würden z. B. in offiziellen Dokumenten schreiben: "Studenten (w/m)", wie es z. B. in Veröffentlichungen der Universität Freiburg i. Br. 2015 noch üblich war. Der Begriff "Studierende" bezieht sich auf Personen, die den Akt des Wissenserwerbs vollziehen (z. B. Besuch/Mitschrift einer Vorlesung; lesen/herausschreiben wichtiger Inhalte eines Lehrbuchs). Gehen diese "Studierenden" jetzt aber während der Mittagspause in die Mensa, so sind sie "derzeit nicht studierende Lebensmittel-Konsumenten". Auch in den Abend- und Nacht-Zeiten werden wohl nicht alle "Studierende" beim studieren sein, und die vorlesungsfreie Zeit wird häufig auch zur Freizeitgestaltung benutzt (Ausnahme: Studenten [m/w] naturwissenschaftlicher Fächer wie Physik, Chemie und Biologie sowie angehende Ingenieure; diese müssen in den Semesterferien in der Regel Praktika und Prüfungen absolvieren). Des Weiteren ist seit langem bekannt, dass ein erheblicher Prozentsatz der deutschen "Studierenden" überhaupt nicht studiert, sondern das Sozialsystem (Bafög) bzw. ihren besserverdienenden Zahlvater ausbeuten. Diese "Schein-Studierenden" genießen ihr alimentiertes Leben, einschließlich der studentischen fringe benefits (z. B. billige Krankenkasse, Semesterticket für Bus und Bahn, günstiges Mensa-Essen). Die Berufsbezeichnung "Student (m/w)" wäre daher sinnvoller.

Dieses inzwischen bundesweit eingeführte Unwort erzwingt eine Perversion des Denkens, aber darüber regt sich kaum noch jemand auf. Die sogenannte "feministische Linguistik", als universitäres Teilgebiet der pseudowissenschaftlichen "Gender Studies" bundesweit vertreten durch ca. 200 Professuren (Frauenanteil 95 %), hat ganz andere Stilblüten hervorgebracht, auf die hier nicht eingegangen werden soll.

Als ich im Alter von zehn Jahren meine Berufung zum Biologen entdeckte (Kultivierung von Goldfischen usw.), war mir nicht klar, dass ich fünf Jahrzehnte später eine diskriminierte Person sein werde. Meine beiden in Lehre und Forschung vertretenen Fachgebiete lauten "die Physiologie" und "die Evolutionsbiologie". Sie sind somit mit dem weiblichen Artikel versehen. Gemäß der derzeitigen vom Steuerzahler in Milliardenhöhe subventionierten "Vergenderung" bzw. Geschlechts-Neutralisierung aller Lebensbereiche müsste ich mich nun, als Mann, diskriminiert fühlen: Warum darf ich nicht meine seit nunmehr fünf Jahrzehnten betriebene Tätigkeit als "der (bzw. das) Physiologie bzw. Evolutionsbiologie" um-deklarieren?

Diese Beispiele mögen, in Verbindung mit der oben abgebildeten Postkarte, zeigen, dass die Geschlechter-Ideologie, von der Bundesregierung unter dem nicht präzise definierbaren Pseudonym GM durchgesetzt, einer geistigen Vergewaltigung normal denkender Männer und Frauen gleich kommt. Mit der auf unserer "Gleich geht's weiter"-Postkarte abgebildete junge Braut wird sich wohl nur eine kleine Minderheit Gender-vernebelter "Kampf-Emanzen" identifizieren können – die Mehrzahl der evolutionär/physiologisch normal entwickelten Frauen wird in diesem Foto im wahrsten Sinne des Wortes "auf den Arm genommen" bzw. zur Lachnummer gemacht. Eine große, schwere Motorsäge als Baby-Ersatz abzubilden und den im besten Mannesalter stehenden Jüngling zu einem weichgespülten Volldeppen zu erniedrigen, ist für normale Menschen verachtend – es zeigt daher eindrucksvoll, was die GM-Religion aus den ehemals arbeitsteilig-gleichberechtigten Männern und Frauen der Wirtschaftswunder-Jahre gemacht hat: Widernatürliche "Mann-Frauen" mit reduziertem Arbeitsleistungs- und Reproduktionspotential (Kreativitäts- und Geburtenrückgang der Ureinwohner Deutschlands).

Auch die seit September einsetzende deutsche "Flüchtlings-Katastrophe" wird in den Medien in einer Form dargestellt, dass sich ein normaldenkender Mensch nicht ernstgenommen fühlt (auf einer begrenzten Fläche haben nicht unbegrenzt viele Menschen Platz). Am 5. Oktober 2015 hat eine amerikanische FNC-Journalistin die deutsch/österreichische Grenze besucht und, als Augenzeugin, das Gesehene als eine Masseneinwanderung von Moslems aus arabischen Ländern beschrieben. Originalzitat: "Was ich sah, war keine Flüchtlingskrise, sondern ich beobachtete eine Invasion. Etwa 10.000 Muslime, 80 % davon Männer im Kampfes-Alter (fighting-age males), kommen über Züge pro Tag nach Deutschland – es gibt Vergewaltigungen, Kindesmissbrauch und Diebstahl." Unser Gender-sensibles "Motorsägenbaby-Gutmenschenpaar" würde diese Beschreibung einer US-Reporterin, die hier nicht weiter kommentiert werden soll, als "rechtsradikal-ausländerfeindlich" diffamieren.

26. Oktober 2015