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"Connected Enterprise
– von der Theorie zur Praxis"

Neue Initiative des Deutscher Arbeitgeber Verband DAV

Der Deutscher Arbeitgeber Verband hat einen hochkarätig besetzten Arbeitskreis "Connected Enterprise" auf seiner letzten Beiratssitzung gegründet.

Es klingt ein wenig holprig, jeder redet davon, doch was richtig darunter zu verstehen ist, wissen wenige: »Industrie 4.0«. Es geht um die Zukunft der deutschen Industrie. Sie steht auf dem Spiel. Politikern kommt in Festreden der Begriff schon fehlerfrei über die Lippen verbunden mit ebenjenem Statement, dass es "um unsere Zukunft geht". Doch der Begriff bleibt unklar.

Es gibt schon viele mehr oder weniger dicke Abhandlungen. Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie ungelesen in irgendwelchen Ablagen verschwinden. Für die Praxis in Unternehmen taugen diese allgemeinen Arbeiten meist wenig.

Hier setzt der Deutsche Arbeitgeber Verband an und startet eine neue Initiative. In einem speziell auf diese Problematik zugeschnittenen Arbeitskreis werden Lösungsansätze für Unternehmen entwickelt oder aufgezeigt. Entscheidend dabei: Keine theoretischen Abhandlungen - Erfahrungen aus der Praxis zählen.

Hochkarätig und kompetent geführt wird dieser Arbeitskreis von Gerhard Lein, einem bekannten Praktiker aus der Industrie mit jeder Menge Erfahrung aus der Produktion. Lein war bei KUKA Schweissanlagen und KUKA Roboter und lange Jahre CEO im Konzern. Und er weiß, wovon er spricht.

»Industrie 4.0« ist eigentlich der falsche Begriff«, sagt Lein. Eher treffe es »Connected Enterprise«. Denn es gehe um die Verknüpfung von Informationen und Produktionsmöglichkeiten. »Da ist viel zu tun!«

Computer Konzerne wie Amazon und Google machen es vor: Sie verbinden ihre Daten, sie lassen produzieren, ohne selbst eine einzige Produktionsstätte zu besitzen. Sie können mit Daten umgehen und wissen, wie man daraus ein Geschäft generieren kann. Hierzulande kann derzeit der deutsche Maschinenbau kaum mithalten. Häufig stehen ihm noch nicht einmal die notwendigen Daten in einigermaßen konsistenter Form zur Verfügung. Doch wenn Google oder Amazon angreifen, wird es schwierig für einen der wichtigsten deutschen Industriezweige. »IT goes heavy metal«. Jetzt aber muss »heavy metal« auch den umgekehrten Weg gehen.

Waren Feuer, Dampfkraft und Maschinenbau sowie Mobilität entscheidende Sprünge des technischen Fortschritts, so ist der nächste die Information. Denn ohne den Rohstoff »Information« wird Produktion in Zukunft nicht mehr erfolgreich sein. Apple als Beispiel ist ein Unternehmen, das ohne eigene Produktionsstätten den gesamten Hardwaremarkt für Mobiltelefone auf den Kopf gestellt hat. Ein Musterbeispiel für »Connected Enterprise«.

In Deutschland gilt es, die Industrie so zu vernetzen, dass daraus ein allseitiger Nutzen entsteht. Für alle Unternehmen bringt das Konzept "Connected Enterprise" den Vorteil, keine unnötigen Fixkosten mehr aufbauen zu müssen. Produzenten können immer auf die neuesten Technologien zugreifen und überflüssige Arbeitsschritte wegfallen lasen – auch das spart Kosten.

Diesen Prozess wesentlich in Gang zu setzen ist Ziel des Verbandes und des neuen Arbeitskreises. In vier Wochen werden die ersten Videofilme zu diesem Thema verfügbar sein. Kurz und verständlich wird gezeigt, mit welchen Fragen Unternehmen ganz praktisch an das neue Thema herangehen können

Damit will der Verband auch ein Zeichen setzen gegen zunehmende Technikfeindlichkeit. Und Begeisterung wecken für Wissenschaft und Forschung, Technik und industrielle Entwicklung. Außerdem muss über die »Risikoaversion der deutschen Gesellschaft« nachgedacht werden, so Peter Schmidt, Präsident des Deutscher Arbeitgeber Verband. Denn, so die Überzeugung der Mitglieder, nur eine erhebliche Anstrengung in Forschung und verbesserte Produktivität kann Deutschlands Position auf dem Weltmarkt in Zukunft sichern. »Connected Enterprise« ist ein wesentlicher Baustein.

Letztlich gilt es, auch die politischen Implikationen von »Connected Enterprise« nicht aus dem Auge zu verlieren – dies im Hinblick auf Veränderungen in der Kommunikation zwischen staatlicher Verwaltung und Bürgern als Grundbedingung einer freien Marktwirtschaft und dem Aufblühen unternehmerischer Innovation und des forschenden Geistes.

26. Oktober 2015