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Reiner Kunze, Schriftsteller

Nett

FAZ, 29.11.2014:"Wenigstens einen Akzent hat die Linke setzen
können: Das Landesprogramm 'Toleranz' richtet sich nur noch gegen Rechtsextremismus. Der Linksextremismus ist abgeschafft."

Bodo Ramelow: "Können Sie mir sagen, wo es den Linksextre-
mismus vorher gegeben hat?...Die 'Kommunistische Plattform'
als linksextremistisch einzuordnen, da muss man sich schon viel
Mühe geben. Das sind nette Herrschaften."

Für Frau Sahra Wagenknecht, die Ideologin
der "Kommunistischen Plattform", ist die Reformpolitik

in der ČSSR 1968 und ab 1986 in der Sowjetunion eine "Untergrabung des Sozialismus".

Frau Wagenknecht begrüßt, daß Walter Ulbricht die "neue
Deutschlandpolitik, auf die Moskau sich seit der Brandt-Scheel-Regierung verstand,...mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln unterlief", und betont, daß es dabei auch "um die grundlegenden Prinzipien der Taktik" gegangen sei, "die es dem Weltimperialismus gegenüber zu verfolgen galt, seit dieser eine neue außenpolitische Strategie - die Entspannungspolitik - entwickelt hatte".

Ulbrichts Sturz gilt Frau Wagenknecht als das Grundübel der Entwicklung in der DDR nach 1971. Sie schreibt: "Sämtliche
späteren Niedergangserscheinungen lassen sich unschwer auf
die in jenem Zeitraum eingeleiteten Veränderungen zurückführen. (...) Für Ulbricht blieb das sozialistische Deutschland (wie
perspektivisch der Weltsozialismus) Endziel und Maßstab seiner Tätigkeit."

Frau Wagenknecht nennt die Friedliche Revolution von 1989
eine "direkte Konterrevolution". Wir haben es bei Frau Wagenknecht also mit einer Gegnerin des Prager Frühlings, mit einer Gegnerin der Entspannungspolitik der Brandt-Scheel-Regierung, mit einer Gegnerin der Friedlichen Revolution von 1989 und mit einer Vertreterin
eines nach ihren eigenen Worten "konsequenten, kompromißlosen Kampfes" zu tun, dessen "letztliches Ziel...die Überwindung dieser Gesellschaftsordnung" ist (gemeint ist die Gesellschaftsordnung der Bundesrepublik Deutschland). Kann man noch extremer links sein?

In diesen programmatischen Äußerungen von Frau Wagenknecht paaren sich politische Finsternis und ideologisches Sendungsbewußtsein, wie man es nach Auschwitz und dem stalinistischen GULAG nicht für möglich halten sollte. Wenn Frau Wagenknecht im Zusammenhang mit ihrer Wahl an die Fraktionsspitze der Partei "Die Linke" mitteilt, sie lasse ihre Mitgliedschaft in der "Kommunistischen Plattform" ruhen, ist
das nach meinem Verständnis ein Schläfertum mit An-
sage.

FAZ: "...Oder Sahra Wagenknechts Vorwurf, die Kanzlerin sei
eine Kriegstreiberin? Ist Ihnen das peinlich?"
Bodo Ramelow: "Nein. Frau Wagenknecht unterstützt das Projekt in Thüringen, das finde ich richtig gut."

Nette Herrschaften unter sich.

Der Schriftsteller Reiner Kunze lebt in der Nähe von Passau.
Weitere interessante Informationen auf der Webseite http://www.reiner-kunze.com

10. Dezember 2014