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In der Cloud geht nichts verloren

Es klingt so wunderbar: Man fährt mit seinem Tablet oder Laptop zum Kunden, um dort flink und sicher die neuesten Produktpräsentationen aufzurufen. Oder man fährt zum Anwalt, um mit dessen Computer gemeinsam Vertragstexte zu entwickeln. Oder man arbeitet mobil im Restaurant an seinen Ordnern und Dateien. Oder man legt am eigenen Standort all seine Betriebsinformationen in einer "Wolke" ab, um auch dann darauf zugreifen zu können, wenn ein technischer Zusammenbruch am nächsten Tag die Hardware lahmlegt oder Endgeräte verloren gehen.

All dies sind Anwendungsmöglichkeiten eines entfernten Datenraumes, den wir virtuell überall betreten können, wo es einen Internetanschluss gibt. Dabei sollte sich jeder geneigte Unternehmer ein paar Grundgedanken vor Augen führen.

Generell versteht man unter Cloud Computing die Nutzung von Speicher- und Rechenkapazitäten, die an einem entfernten Ort für den Unternehmer bereit stehen. Dadurch entfällt der Betrieb eigener Hardware und Infrastruktur – sprich eines eigenen betrieblichen Zentralrechners – und es tritt das Dienstleistungsverhältnis mit einem Cloud-Anbieter an die Stelle des Betreibens eigener Informationstechnologie.

Wir glauben, dass sich der Begriff "Cloud" daraus ableitet, dass sich die erforderliche Infrastruktur aus Sicht der Nutzer weit weg und wie "in Wolken verhüllt" befindet. Aber eben auch daraus, dass diese Wolke stets über dem Unternehmer schwebt und in jeder Gesprächs- und Arbeitssituation von ihm geöffnet werden kann. Spezialistenwissen in technischer, wirtschaftlicher und rechtlicher Hinsicht und Erfahrungen unter Anwendern bietet der Deutscher Arbeitgeber Verband e.V. mit seinem Unternehmernetzwerk.

Die Dienstleistung des Cloud Computing wurde vor fünf Jahren in folgende Arten unterteilt:

a) "IaaS" Cloud-Dienstleistung Infrastruktur
In dieser häufigsten und einfachsten Form der "Wolke" werden Hardware-Ressourcen zur Verfügung gestellt, vor allem Speicherplatz. Unternehmer, die Dienste der Art "Infrastructure as a Service" nutzen, laden Daten hoch, rufen sie ab und arbeiten mit Hilfe ihrer eigenen Software daran.

b) "PaaS" Cloud-Dienstleistung Plattform
Diese Dienstleistung zeichnet sich dadurch aus, dass sich die nutzbare Speicher- und Rechenkapazität stets flexibel dem aktuellen Bedarf des Unternehmers anpasst. Auch kann in "Platform as a Service" Software in der Umgebung des Cloud-Anbieters betrieben werden. Unternehmen mit wechselnden Anforderungen an das Datenvolumen, wie Handelsbetriebe und Unternehmen der Logistikbranche, nutzen PaaS mehr und mehr.

c) "SaaS" Cloud-Dienstleistung Software
Hier hält der Cloud-Anbieter Bearbeitungsprogramme für den Unternehmer vor, die er – in der Regel neben der Nutzung von Speicherkapazität – dann anwenden kann, um an seinen Dateien sozusagen "direkt in der Wolke" zu arbeiten. Diese in "Software as a Service" angebotene "Software on Demand" wird ebenfalls immer beliebter, denn der Unternehmer wird davon befreit, geeignete Software auszuwählen und fortlaufend zu aktualisieren. Zugleich entsteht eine Abhängigkeit, denn es können weniger Dateien auf den eigenen Computer heruntergeladen und auf diesem bearbeitet werden.

Neben den großen Anbietern Amazon, Google, IBM, Microsoft und Windows gibt es heute viele kleinere Anbieter, die teilweise auf den Technologien und Betriebssystemen dieser historischen, großen Anbieter aufsetzen. Neben den oben beschriebenen Vorteilen der zuverlässigen Funktionalität und sicher auch der Kosten im Vergleich zum Betrieb eigener Server-Computer weisen wir als Deutscher Arbeitgeber Verband gern auch auf rechtliche Besonderheiten hin.

Vor allem das Datenschutzrecht sollte beachtet werden, wenn die "Wolke" für die Auslagerung und den Betrieb personenbezogener Daten genutzt wird. Dieses Problem entsteht zwangsläufig, wenn Personaldaten in die Cloud gestellt werden. Aber auch Verträge und andere Unterlagen von Lieferanten und Kunden enthalten sehr häufig Personenangaben und können daher Sache des Datenschutzes sein.

In der Frage, welches nationale Datenschutzrecht im Einzelfall greift, spielt es keine Rolle, in welchem Land der nutzende Unternehmer seinen Betrieb unterhält. Es kommt darauf an, wo der Cloud-Anbieter seine Infrastruktur betreibt, die dem Unternehmer als Speicher- und Rechenplatz zur Verfügung steht.

Da aus historischen Gründen die weit überwiegende Mehrheit der Cloud-Infrastruktur in den USA angesiedelt ist, unterliegen diese Daten neben dem Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) dem amerikanischen Patriot Act. Dabei handelt es sich um ein Gesetz, das im Herbst 2001 erlassen wurde, um Ermittlungen amerikanischer Behörden gegen Nicht-US-Bürger zum Zwecke der Terrorabwehr zu vereinfachen. Eine Regelung also, die dem Gedanken des BDSG gerade entgegensteht.

Das Cloud Computing als typisch urbane Technik breitet sich auch vermehrt in ländlichen Gebieten aus. Hier ist jedoch zu beachten, dass das Arbeiten "in der Wolke", vor allem in der oben beschriebenen Art des "SaaS", einen schnellen Zugang zum Internet erfordert. An vielen Orten entsprechen die Anschlussversorgung und die zur Verfügung stehende Bandbreite noch nicht den idealen Bedingungen, die innovative Unternehmer benötigen.

Unternehmern, die sich für Cloud Computing interessieren, stellen sich viele Fragen der Wirtschaftlichkeit, Technik und Rechtssicherheit. Sie können sich an viele Spezialisten wenden, die sich leicht ergoogeln lassen. Sie können aber auch den sichersten und einfachsten Weg gehen, indem Sie unser Unternehmernetzwerk mit all seinem Wissen und seinen Erfahrungen nutzen: Deutscher Arbeitgeber Verband e.V.

29. März 2016