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Retten Sie Ihr Kapital !

Die Amtsgerichte übermitteln monatlich Angaben über Anträge auf Eröffnung von Insolvenzverfahren und andere Daten an das Statistische Bundesamt gemäß InsStatG (Insolvenzstatistikgesetz) in seiner neuesten Fassung des Jahres 2011. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden im Jahre 2013 in Deutschland 141.332 Insolvenzen gerichtlich beantragt. Ganze 25.995 dieser Anträge auf Eröffnung von Insolvenzverfahren betrafen Unternehmen.

Angesichts einer deutschlandweiten Bevölkerung von 80,7 Millionen Menschen und einer Summe von 41,8 Millionen Erwerbstätigen im Jahre 2013 erscheinen knapp 26 tausend Unternehmensinsolvenzen oder etwa 2.200 Fälle dieser Art im Monat eher gering. Auch zeigen die Informationen des Statistischen Bundesamtes seit Jahren einen Rückgang der Insolvenzen (www.DESTATIS.de, Fachserie 2, Reihe 4.1). Einen statistischen Höhepunkt erlitten Unternehmensinsolvenzen in den alten Bundesländern und deutschlandweit in den Jahren 2003 und 2004.

Während Insolvenzen insgesamt seit drei Jahren stetig zurückgehen, sind jene der Unternehmen nun schon seit vier Jahren leicht rückläufig. Die Insolvenzen des Jahres 2013 unterschreiten die des Jahres 2012 um 6 %, während Unternehmensinsolvenzen sogar um 8,1 % zurückgingen. So gesehen könnte man sich zufrieden zurücklehnen und die verbleibenden Fälle in die Schublade der Pechvögel und Abenteurer, die es immer geben wird, fallen lassen. Die Statistiken weisen jedoch Schwerpunkte auf, die zu denken geben, wenn man sich einigen Hintergründen nähert.

Konzentrieren wir uns auf jene knapp 20 tausend Unternehmensinsolvenzen (19.488) des Jahres 2013, die nicht mangels Masse abgewiesen wurden (6.507), dann sehen wir in allen Bundesländern eine Häufung von Insolvenzen in den Wirtschaftszweigen Handel, Verarbeitendes Gewerbe und Baugewerbe. Davon weichen lediglich Hamburg, Bremen und Schleswig-Holstein mit vermehrten Insolvenzen in Verkehr und Lagerei ab, während Hessen auffallend viele Fälle unter Freiberuflern aufweist und Berlin sowie Brandenburg relativ wenige Insolvenzen im Verarbeitenden Gewerbe erleiden.

Hinsichtlich der Rechtsform fallen Einzelunternehmen, Gesellschaften mit beschränkter Haftung und Unternehmergesellschaften (haftungsbeschränkt) besonders ins Gewicht. Nach Größenklassen der mit diesen Insolvenzen verfallenden Forderungen liegt der Hauptanteil der Fälle in der Bandbreite 250 TEUR bis 500 TEUR, gefolgt von der Gruppe zwischen 50 TEUR und 250 TEUR. Die geringste Anzahl betrifft die Klasse der insolventen Millionenbeträge.

Fassen wir also zusammen, dass für relativ viele kleinere mittelständische Betriebe Insolvenzverfahren eröffnet werden. Die betroffenen Unternehmer dürften häufig dadurch gekennzeichnet sein, dass ihre Betriebe im Wesentlichen aus einem kleinen Maschinenpark, aus Vorräten, einigen sicheren Aufträgen größerer Kunden und vielen Schulden gegenüber Lieferanten sowie einem Bankkredit bestehen. Die Praxis hat manchen Fall aufgezeigt, in dem das Wohlergehen eines Mittelständlers fast von einem einzigen Kundenauftrag oder der Prolongation eines einzigen Lieferantenkredites abhing.

Aber muss es wirklich soweit kommen? Ist die Insolvenz wirklich erst dann "eingetreten", wenn die Überschuldung und das Fehlen ausreichender Besserungsmöglichkeiten amtlich festgestellt wurden? Vielleicht hätte man viel früher erkennen können, welche Chancen der Vorsorge oder Sanierung zur Verfügung standen. Der Deutscher Arbeitgeber Verband e.V. steht seinen Mitgliedern mit umfassenden Erfahrungen aus vielen Erfolgsstorys zur Verfügung. Zu diesen "Erfolgen" gehört auch das Vermeiden von Insolvenzen durch strategische Planung, Unternehmensfinanzierung und vorsorgliche Sanierung von Unternehmen.

Wir regen an, Unternehmen stets – auch und gerade in guten Zeiten – so aufzustellen, dass eine Entwicklung hin zu Kapital- oder Zahlungsschwierigkeiten von vorne herein vermieden wird oder im Zweifel mit geringeren Problemen überwunden werden kann. Die Vertriebsplanung des Unternehmens muss stets Chefsache und allmonatliche Übung im Chefbüro bleiben. Dazu gehört es, Wege zu finden, die vermeiden helfen, dass zu viel Geschäft von zu wenigen, großen Kunden abhängt.

Zugleich gehört das Eintreiben der Forderungen vorrangig in den Vertrieb und, möglichst noch bevor sich die Notwendigkeit abzeichnet, in ein geeignetes Inkassounternehmen. Das Verständnis der Kunden für die Einbindung eines Inkasso-Dienstleisters zu erlangen, ist ebenfalls Vertriebs- wenn nicht Chefsache. Es läßt sich gut durch Argumente der Vereinfachung der eigenen Verwaltung begründen und damit auch als Vorteil der Kunden selbst darstellen.

Die Beeinträchtigung der Zahlungsfähigkeit durch überhöhte Vorratshaltung wird häufig unterschätzt. Es lohnt sich, die Umschlagshäufigkeit der eigenen Vorräte jeden Monat erneut zu beobachten und im Auge zu behalten, welche Umsätze damit noch zu erzielen sind und welches Kapital die Vorräte binden. Mit den Vorräten eng verbunden ist auch der Gedanke der Laufzeitenkongruenz zu Lieferantenschulden. Die Frist einer Verbindlichkeit sollte die Haltedauer der betreffenden Handelsware niemals überschreiten. Wir alle kennen das Aldi-Prinzip. Es sind nicht nur Qualität und Preis der Ware, die für den Erfolg von Aldi sorgen, sondern vor allem die Finanzierung. Die dritte Suppendose ist schon an Endverbraucher weiterverkauft, bevor die erste dem Hersteller gezahlt wurde.

Auch das Investitionsverhalten und – häufig im Vorfeld zu drohenden Insolvenzen in Vergessenheit geraten – Ihr unternehmerisches Desinvestitionsverhalten spielt eine große Rolle. In neue Anlagen und Erweiterungen bestehender Anlagen sollte stets derart investiert werden, dass frühzeitig Erträge erwirtschaftet werden können, gegebenenfalls diese ersten Erträge sogar die Finanzkosten der nachfolgenden Investitionen decken.

Auch in Zeiten des betrieblichen Aufbauens und der Weiterentwicklung des eigenen Maschinenparks sollten Möglichkeiten der Desinvestition nicht unbeachtet bleiben. Schließlich ermöglicht ein "Sale-and-Lease-back", Verkauf von Anlagen an Banken bei gleichzeitiger Rückmiete, das Generieren liquider Mittel, die für die Vertriebsaktivität der mit den neu investierten Anlagen hervorgebrachten Produkte benötigt werden. Zugleich kann die Rückmiete der beispielsweise an die Hausbank verkauften Anlagen zu eher niedrigen Preisen erfolgen, solange Banken aufgrund der aktuellen Niedrigzinsphase wenig Investitionsalternativen erkennen und Ihre Hausbank in diesem Schritt kein hohes Risiko, sondern vernünftiges unternehmerisches Handeln sieht.

Wir geben zu, dass das Planen von Unternehmen und die seriöse Vorsorge gegen Insolvenzen komplexe Themen sind und dass an dieser Stelle kein genereller Königsweg angeboten werden kann, der all Ihre Themen und Potentiale in einem Aufwasch erfaßt. Zugleich können wir mit Gewißheit behaupten, dass ein Motto wie "Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not" als Vorbeugung gegen die Gefahren eines Unternehmenslebens nicht ausreicht.

Neben allem fachlichen Können und aller Expertise, die die Spezialisten des Netzwerkes, das der Deutscher Arbeitgeber Verband e.V. bietet, benötigen Unternehmer Erfahrung, je mehr, desto besser. Diese unternehmerische Erfahrung, die über die Erfahrung jedes einzelnen Unternehmers hinausgeht, bietet der Deutscher Arbeitgeber Verband e.V. als Netzwerk seinen Mitgliedern. Profitieren Sie davon, nicht nur in schlechten, sondern auch in guten Zeiten!

21. März 2016