Norbert von Handel

Zukunft Europas »Weiß sie, dass sie überhaupt nichts geschafft hat, nur alles zerstört hat?«

Interview Norbert von Handel – Teil 1

DAV: Sie haben eine Reihe von Fragen an Bundeskanzlerin Merkel gestellt. Was hat Sie denn besonders erbost?

Norbert von Handel: Mich hat besonders erbost, dass der Staat seine Staatshoheit aufgegeben hat, dass man ohne jede Grenze Immigranten von überallher genommen hat. Weder die Ausbildung noch - sagen wir einmal - die Gewaltbereitschaft in irgendeiner Form wurden vom Staat wahrgenommen, sodass es zu laufenden Verbrechen an der Bevölkerung kam.

Ich glaube, dass das der Anlass war, dass Deutschland und natürlich auch Österreich in Mitteleuropa in diese Situation gekommen ist, mit der wir jetzt leben müssen. Das hat Auswirkungen auf alle möglichen Dinge. Erstens eine großflächige Intergration ist nicht möglich. Zweitens, die Kosten sind unabsehbar. Wir haben in Deutschland und in Österreich enorme Sozialausgaben für die zukünftigen Budgets, die nicht refinanziert werden können.

Unabhängig davon, wenn Sie die Haltung von Frau Merkel gegenüber der Industrie sehen, so zerstört man die deutsche Industrie und auch den Mittelstand. Die Kritik am „Tag der deutschen Industrie“ spricht Bände. Und wenn Sie sich noch vorstellen, wie man beim Dieselgate agiert, so setzt man noch eines drauf. Von deutscher Seite wird die eigene Autoindustrie mehr geschädigt, als von allen anderen Ländern.

Den Mittelstand plagt nicht nur die Steuerfrage, sondern auch die unglaubliche Bürokratie. Bitte erklären Sie mir, warum sich ein kleiner Tischler, der zwölf Stunden am Tag arbeitet, abends noch stundenlang hinsetzen muss, um sinnlose Formulare auszufüllen. Oder ein kleiner Bäcker, oder ein kleiner Installateur, oder was immer Sie wollen. Das ist eine absolute Katastrophe!

Der nächste Punkt ist, dass Frau Merkel die CDU in Richtung einer relativ konturlosen linken Partei geführt hat - ohne jede Nachfolge mit Ausnahme vielleicht des Herrn Merz, den man anscheinend nicht will -, und damit in Deutschland keine große wertkonservative Partei mit Ausnahme vielleicht Teilen der AfD hat. Wenn jetzt Deutschland als wichtigstes Land – sonst würde ich mir als Österreicher ja nicht erlauben, Deutschland zu kritisieren – selbst im Inneren eine Chaossituation schafft, wie bitte soll dann die europäische Lokomotive Deutschland funktionieren?

DAV: Genau das fragen wir uns auch.

Norbert von Handel: Absolut verrückt, auch wenn man an Frau Kramp-Karrenbauer denkt. Sie erinnert an eine Jungscharführerin vor 40 Jahren, ganz herzig, ganz lieb, und das Saarland ist auch ein reizendes, liebes Land. Aber das kann doch bitte nicht die Antwort auf das Chaos Merkel sein!

Dann haben Sie die Verteidigungssituation: Deutschland hatte noch zu Zeiten Kohls eine ausgezeichnete Armee. Wir in den kleinen Ländern haben gerne deutsche Produkte gekauft.

Es war ein gutes Zusammenwirken zwischen den diversen Militärs. Heute haben Sie eine Situation, wo die U-Boote nicht fahren, soundsoviel von den Eurofighter nicht funktionieren, und man macht sich wichtig in der Welt.

Bitte erklären Sie mir, was Deutschland in Afghanistan zu tun hat! Ich habe einmal mit einem deutschen Offizier gesprochen. Der hat gesagt, das kann ich Ihnen nicht erklären. Was machen wir in Afghanistan? Wollen wir, dass deutsche Soldaten dort erschossen werden?

Dann haben Sie die Situation mit dem Herrn Trump. Der Herr Trump hat bestimmt viele negative, aber auch viele positive Seiten. Es ist nicht gelungen, mit ihm ein vernünftiges Verhältnis aufzubauen. Der deutsche Staat verlangt für Einfuhren von amerikanischen Autos, ich glaub 10-12 Prozent, und die Amerikaner 4 Prozent. Hat da Trump nicht recht, wenn er sagt, das muss geändert werden?

DAV: Sie fragen ja sehr deutlich: Frau Merkel, wer gibt Ihnen das Recht, mit Ihrer Politik die Identität Europas zu zerstören? Haben Sie einen Erklärungsansatz für die Motive Merkels?

Norbert von Handel: Die Frau Merkel hat eine unglaublich negative Identität. Auf der einen Seite aus einem Pastorenhaushalt, der vom Westen in den Osten gegangen ist und auf der anderen Seite in den Unterorganisationen der SED perfekt sozialisiert. So haben Sie dann eine Dame an der Spitze des Staates, die im Grunde genommen wenig Visionen hat, die nur etwas kann, nämlich den Machterhalt.

Der Machterhalt war immer eine Stärke der östlichen sozialistischen Systeme. Sie kann Machterhalt, anscheinend können das andere nicht, und das dürfte meiner bescheidenen Meinung nach einiges an der Kompetenz dieser Frau erklären.

DAV: Welche schwerwiegenden Veränderungen im europäischen Gefüge sind denn nach Ihrer Ansicht durch Merkels Politik bewirkt worden?

Norbert von Handel: Ich glaube, dass das Grundkonzept Europas ein christliches Europa war. Das heißt, ein Europa, das nicht das Staatskirchentum hatte, aber die christliche Kultur als selbstverständliche Basis. Das ist heute nicht mehr der Fall. Frau Merkel hat sich mit multikulturellen, globalisierten Superkapitalisten ins Bett gelegt, was ich als Wertkonservativer für falsch halte.

Es gibt ja noch weitere Dinge: Frau Merkel hat sehr gern mit Herrn Ackermann gemauschelt. Herr Ackermann war aber der ursprüngliche Grund, dass die Deutsche Bank, die eines der ersten respektierten Häuser in Europa war, heute in einem bedenklichen Zustand ist. Das Gleiche gilt für die Commerzbank. Sie wissen, dass die ING, die holländische Bank, mit der Commerzbank nicht mehr fusionieren will. Das heißt, Sie haben auf dem ganz wichtigen Bankensektor die großen deutschen Banken in eine Situation gebracht, die nicht mehr kompatibel ist. Auch das ist Frau Merkel.

Wissen Sie, ich bin völlig unabhängig, ich werde von niemandem bezahlt. Ich habe mein Vermögen selbst gemacht, ich brauche mich nicht von irgendwelchen Parteien reglementieren zu lassen. Ich sehe als altösterreichischer Aristokrat, dass Deutschland und Europa in eine Richtung gehen, die unendlich gefährlich ist.

DAV: Sie sind Ehren-Pokurator des St. Georgs Ordens. Was sind denn die Ziele und Werte dieses Ordens?

Norbert von Handel: Ich bin Ehren-Prokurator des St. Georgs Ordens, eines Ordens des Hauses Habsburg-Lothringen. Ich bin nicht mehr operativ tätig.

Der Orden hat ganz klare Werte:

Das Erste ist: christlich.
Das Zweite ist Familie.
Das Dritte ist: Mittelstand – ohne Superkapitalismus.
Das Vierte ist: ein Europa der Vaterländer.
Das Fünfte ist: eine anständige Verstärkung der Landesverteidigung.

Das sind ganz wichtige Dinge, denn ich bin der Meinung, dass ein Staat oder eine Staatengruppe, die nicht bereit ist, sich zu verteidigen, kein Recht hat zu existieren. Wir müssen uns verteidigen können!

Eine große Gefahr sehe ich im Islamismus. Persönlich habe ich gar nichts gegen den Islam als solches. Ich habe selber in den Arabischen Emiraten einen sehr produktiven und durchaus positiven Islam erlebt. Aber was wir jetzt bekommen, ist eine Unterschicht an gewaltbereiten Islamisten. Die sagen, in ihrem eigenen Staat können sie nichts mehr machen, also kommen sie jetzt her und gefährden unsere Sicherheit.

Wollen Sie in Deutschland bitte statt Kirchen Moscheen haben? Oder wollen Sie, dass statt Glockenläuten der Muezzin herumbrüllt? Wollen Sie, dass die Frauen unter der gnadenlosen Herrschaft des islamischen Mannes stehen? Will man, dass Frauen nicht mehr allein ausgehen können? Dass sie nicht mehr entscheiden können? Dass sie nicht der wärmende Schutz der Familie sind?

In Wien konnte man zu jeder Tages- und Nachtzeit ausgehen. Heute läuft man Gefahr, dass man von einem Messer-Attentäter überfallen wird. Ich meine, das sind doch Zustände, die unmöglich sind.

Und was sagt die Frau Merkel: Wir schaffen das! Mit diesem saublöden »Wir schaffen das!« – weiß sie, dass sie überhaupt nichts geschafft hat, nur alles zerstört!

Das ist der Zustand, lieber Freund!

Demnächst folgt Teil 2 des Interviews

Norbert von Handel, österreichischer Unternehmer und Politiker, entstammt einem alten holländischen Adelsgeschlecht, hat JUS, Wirtschaftswissenschaften und Geschichte an den Universitäten von Innsbruck und München studiert, promovierte zum Dr.jur. 1965.
Er war 1967 Leiter des Büros des Kammeramtsdirektors der Handelskammer Oberösterreich und späteren Bautenministers. Er war zum Staatssekretär vorgesehen, jedoch hat die Wahl, die die Sozialisten gewonnen haben, diese Position verhindert. 1972 Gründung und Entwicklung der Bundesabfallbörse, 1973 im Bereich von Energie- und Rohstofffragen zeitweise Leiter österreichischer Delegationen b. OECD (Paris), Europarat (Straßburg), ECE (Genf) IHK bei der europäischen Gemeinschaft (EG), 1980 Gründung. u. Aufbau d.GEMA (Gesellschaft für Marktforschung und Marketing), später Fusion mit IMAS und dann verkauft. 1980 Vorstandsmitglied Getränke Holding AG, dann Hopfen & Malz Holding AG. Aufsichtsratsmitglied Brauerei Schwechat AG, BBAG, Linz. 2004 verkauft an Heineken. 1997 Gründung und Geschäftsführung der Firma SA-Invest GesmbH (Schloss Almegg Investment GesmbH), die im alleinigen Familienbesitz ist. Derzeit Seniorgesellschafter. 1997 Partner und Konsulent der World Sound Corporation in Los Angeles. 2003 Partner und head of investors board der Firma BETA RECORDS, Los Angeles. 2009 Gründung der CT-Commtrade GmbH. 2010 AR der Cycleenergy AG
Sonstige Funktionen:
1982-2013 Vizepräsident der Niederländischen Handelskammer in Österreich.
Ehrenprokurator des St. Georgs-Ordens, ein europäischer Orden des Hauses Habsburg-Lothringen. Er äußert sich immer wieder politisch und redet Klartext.

9. Juli 2019

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